Hausgeburt und Wochenbett zu Hause

 

Als ich das erste Mal von einer Hausgeburt hörte, war ich skeptisch.

Damals war ich schwanger und ging regelmässig in ein Meditationszentrum. Dort traf ich eine Frau, die mit dem zweiten Kind schwanger war. Das Erste war bei einer Hausgeburt zur Welt gekommen. Sie hatte nur gute Erfahrungen dabei gemacht.
Auch meine Hebamme hatte ihr erstes Kind zu Hause geboren. Sechs Wochen vor dem Entbindungstermin stand auch mein Entschluss fest: Ich mache eine Hausgeburt.

Nur eine einzige Hebamme war bereit sich so kurzfristig mich zu betreuen. Eine reicht. Und es war genau die Richtige. Ich habe die Vorsorgeuntersuchungen, Entbindung und Nachsorge als sehr angenehm in Erinnerung. Wohl auch deswegen, weil ich mich so sehr auf das Kind gefreut habe. Die Wehen dauerten sechs Stunden. Gegen Ende dachte ich: "warum lässt sie mich hier so leiden und tut nichts", aber in dem Moment war Lisa auch schon da. Das erste, was ich von ihr fühlte war ihr Kopf mit den vielen weichen Haaren.

Andreas ist auch dabei gewesen und es war wunderschön gleich im eigenen Bett und zu Hause zu sein - der Weg vom Krankenhaus nach Hause war mir erspart geblieben. Andreas versorgte mich im Wochenbett. Er kochte nach der Entbindung jeden Tag ein anderes köstliches Menü für mich. Das Stillen lief außer einigen Milchstaus und wunden Brustwarzen sehr gut.

 

Auch Lisas Brüder Jakob und Antonio sind per Hausgeburt zur Welt gekommen.

Die dritte Entbindung war am kompliziertesten. Antonio war gegen Ende der Schwangerschaft noch in der Steisslage. Durch eine Behandlung von einem guten Osteopathen hat er sich doch noch gedreht. Leider lag er aber immer noch nicht ideal und kam als Sterngucker zur Welt. Nach der Geburt war er so schlapp, dass die Hebamme gleich den Notarzt und Rettungsdienst rief. Zum Glück wurde keiner von denen gebraucht. Antonio hatte es während der Schwangerschaft so gut bei uns, dass er ganz schnell wieder in bestem Zustand war.

Meine Hebamme hatte so starke Nerven und auch so viel Erfahrung, dass sie sich auch die Betreuung einer Hausgeburt bei einer Steißlage zugetraut hätte. Mit der Sternguckerei war es allerdings schon schwierig genug. Also, Antonio, guck´ nicht so viel in die Sterne, sondern bleib hier auf der Erde.

 

Joels Geburt: Nach vorzeitigem Blasensprung um 5:30h kamen keine Wehen und auch meine Hebamme konnte mit all ihren Tricks nichts bewirken. Nach 6-stündigem Warten "drohte" sie mir mich ins Krankenhaus zu verlegen um dort eine hormonelle Einleitung der Wehen zumachen. Meine letzte Rettung war eine sehr gute Shiatsu-Therapeutin. Sie konnte durch die Moxen und Shiatsu-Massage endlich (ca. 20.00h) die langersehnten geburtseinleitenden Wehen aktivieren. Während Andreas mit Lisa, Jakob und Antonio noch gemütlich zu Abendessen konnte, zog ich mich ins „Gebärzimmer“ zurück. Die Hebamme kam zum zweiten Mal. Und als Andreas die Kinder um 21.30h ins Bett gebracht hatte, kam er auch und konnte die ganze Zeit bei mir bleiben. Lisa, Jakob und Antonio haben bis zum anderen Morgen geschlafen.
 

Ich habe es sehr genossen, dass sich alles so harmonisch zusammen gefügt hat und ich meine Familie nicht verlassen musste. Es ist auch immer wieder wunderbar, wenn ich mich nach der Entbindung direkt in mein eigenes Bett legen kann und die Nacht mit Andreas und den Kindern verbringen kann, wie gewohnt. Es gab keine Unterbrechung, wie es der Transport zum Krankenhaus und von dort nach Hause gewesen wäre.

 

Beim ersten Baby hatte ich natürlich viel mehr Ruhe im Wochenbett. Je mehr Kinder dann schon im Haus herumwirbelten desto mehr hatte ich das Bedürfnis mich schnell wieder im Alltag einzumischen. Natürlich hatten auch die älteren Kinder Sehnsucht nach Mama, insbesondere, wenn sie gerne Nuckeln wollten.


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